#1

China officinalis

in Cacao bis Cypripedium 23.07.2018 11:06
von HP Annette • 1.002 Beiträge | 2123 Punkte

Besprochen in unserem MM Projekt

Gelber Chinarindenbaum

Die Rinde des Gelben Chinarindenbaumes (Cinchona officinalis) wurde früher wegen des darin enthaltenen Chinins als Medikament gegen Malaria und Fieber genutzt. Der Wirkstoff wurde erstmals im Jahre 1820 durch Pierre Joseph Pelletier und Joseph Bienaimé Caventou isoliert. Neben Chinin, das industriell extrahiert wird, ist auch Chinidin und Cinchonidin enthalten.
Hahnemann schreibt: "Nächst dem Mohnsafte kenne ich keine Arznei, welche in Krankheiten mehr und häufiger gemissbraucht und zum Schaden der Menschen angewendet worden wäre, als die Chinarinde."


Und hier ein China-Fall, wie er frei aus den Homöopathischen Annalen bei Google-Books downlzuloaden ist:

Von D. Hartlaub

D. in R., ein gesunder kräftiger Mann von 33 lahren, lag schon 14 Tage krank und hatte sich verschiedener Mittel bedient, als die Seinigen sich am 12. Dezember 1823 an mich wendeten. Ich fand folgenden Zustand:

Kopf voll, als sollte er zerspringen, heiss.

Hitze und Röthe des Gesichts.

Geschmack im Munde wie Lehm; viel Durst.

Zunge rissig, schwarz; auch die Lippen und Zähne sind schwarz belegt.

Durchfall seit Aufang der Krankheit, gelblich, so dünn wie Wasser, geht oft unwillkührlich ab.

Heisere Sprache, man versteht ihn fast kein Wort.

Husten mit Schleimauswurf und Brustschmerz.

Schlaf ruhig, aber nicht erqnickend.

Beim Aufdecken friert er, dass es ihn schüttelt.

Hitze öfters am Tage, besonders im Kopfe, mit Verdrehen der Angen.

Gemütsstimmung ruhig und gleichgültig.

Sein 11 jähriger Sohn war gleichzeitig mit ihm ganz an denselben Zufällen erkrankt. Beider Kräfte waren in hohen Grade erschöpft.

Nicht sehr günstig konnte die Prognose bei diesem nervösen Fieber ausfallen, indem schon viele in demselben Dorfe allopathisch behandelt daran gestorben waren. Diese Epidemie dauerte schon mehre Monate. Doch ein anderer ähnlicher Fall, den ich hier noch in der Kürze einschalten will, machte mir einige Hoffnung, auch in diesen beiden vorliegenden Fü-llen glücklich zu sein.

Es war nämlich am 2. Angust d. J. als ich einen jungen Mann von 22 Jahren, der schon 3 Wochen krank danieder lag in Behandlung nahm. Die Zufälle waren diese:

Drehend im Kopfe — kann nichts essen, was er in den Mund nimmt schmeckt wie Lehm, — Durst sehr stark, — wenn er trinkt bekommt er Husten, — hustet Schleim los — Lippen trocken, verdorrt.

Durchfall Tag und Nacht, gelblich, wässrig.

Alle Glieder tun ihm weh, er ist ganz entkräftet.

Er liegt Tag und Nacht in einem Schlummer.

Sogleich gab ich China 6.

Am 17. August berichteten mir die Angehörigen, dass das drehende Gefühl im Kopf nachgelassen, ebenfals der Lehmgeschmack und Durst. — Der Dnrchfall sei bald nach dem Einnehmen verschwunden, und nach einigen Tagen natürlicher Stnhlgang erfolgt. Der Husten komme noch nach dem Trinken und er habe jetzt heftiges Schneiden beim Wasserlassen.

Tinctura Cantharidum 3. beseitigte diesen Zustand sogleich und der Kranke erholte sich schnell.

Ich konnte daher in den gegenwärtigen Krankheitsfällen, theils a priori, nach Symptomen- Aehnlichkeit, theils aus der im eben beschriebenen Falle gemachten Erfahrnng kein passenderes Mittel als China in Anwendung bringen. Ich reichte dem Vater einen Tropfen der 9 ten nnd dem Sohne der 12 ten Verdünnung. Der Erfolg war auch sehr erwünscht. Am 15. Dezember meldete man mir, dass bei beiden das Fieber, die Vollheit im Kopfe nnd der Durchfall fast ganz nachgelassen; es fand sich Appetit nnd reiner Geschmack, Zunge und Lippen schälten sich und wurden wieder roth, aber die Sprache war heiserer als vorher. Ich reichte, da die China gethan, was in ihren Kräften stand, dem Vater Pulsatilla 9. dem Sohne aber Chamomilla 12., anf welche Mittel sich die Heiserkeit sehr bald verlor und völlige Gesundheit zurückkehrte.


HP Annette Di Fausto
Inhaberin und Dozentin bei e-Vidia
Schulleitung und technische Verwaltung
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#2

RE: China officinalis

in Cacao bis Cypripedium 23.07.2018 11:07
von HP Annette • 1.002 Beiträge | 2123 Punkte

Aus dem Boger

REGION
BLUT.
KREISLAUF.
SEKRETIONEN
Verdauungsorgane
Leber
Milz
Nerven

SCHLECHTER
SÄFTEVERLUSTE. BERÜHRUNG
Erschütterung. Geräusch.
PERIODISCH jede zweiten Tag (Ars. Nat-m.).
Kälte; Zugluft; Wind.
Im Freien.
Essen; Obst; Milch.
Geistige Anstrengung.

BESSER
Fester Druck (Lach.). Lockere Kleidung.

UNTERBRECHUNG; WECHSELFIEBER.* REICHLICHE,ERSCHÖPFENDE ABSONDERUNGEN, BLUTUNGEN, etc.(Abro. Calc-hyp. Pho-ac). Schwach, überempfindlich und nervös;alles regt ihn auf, Licht, Geräusche, Gerüche, Schmerz, etc. Harte Schwellung. Bersten. Rheumatismus. Neuralgie. Abmagerung. Anämie. Wassersucht.
Eigensinnig. Ungehorsam.
Schwindel; fallt nach hinten. Klopfende, berstende, schwappende, oder zerschlagene Empfindung im Gehirn, < Schläfen. Kopfhaut wie wund, < Berührung der Haare. Heiße, rote Ohren. Tinnitus; dann Schwindel. Schwerhörigkeit. Blasses, erdfarbenes, kränkliches Aussehen; bläulich um die Augen. Klopfen in den Zähnen; < Stillen. Überempfindlicher, saurer oder bitterer Geschmack, oder Aufstoßen. Verlangen nach Leckereien. Schnell gesättigt. Lautes Aufstoßen, ohne Erleichterung (Arg-n.). Langsame Verdauung. Magen wie wund. Durst auf kaltes Wasser, das den Durchfall verschlimmert. Periodische Lebersymptome (Quas.). Gallensteine. Schwellung von Leber und Milz. Flatulente Auftreibung. Tympanitis. Schmerz vom Rektum zu den Genitalien. STÜHLE; UNVERDAUT; dunkel; faulig; wäßrig; BLUTIG; schmerzlos; < Essen; < nachts. Dunkle, reichliche, klumpige Menses. Blutspucken. Keuchende, rasselnde At¬mung. Jede Bewegung verursacht Herzklopfen und benimmt ihm den Atem. Eitrige Phthisis (Hep.). Brustkorb und Wirbelsäule zwischen den Schulterblättern wie wund. Schwerer Druck (Last) auf den Schultern, zwischen den Schulterblättern oder am Kreuz. Zucken in den Knien. Wie ein Band um die Beine. Schmerz im Knochenmark.
Schläfrig. Tiefer, schnarchender Schlaf. Ängstliche Träume. Geschwollene Adern (Hände, Gesicht). Ausgeprägtes Prodromalstadium. Klare Stadien von Frost, Hitze und Schweiß. Frost, dann Durst, dann Hitze, dann Durst. Rotes heißes Gesicht, mit kalten Händen.
Febris hectica. Schlaflosigkeit, als Krankheitsvorzeichen. Durst wäh¬
rend der Apyrexic. DURCHNÄSSENDE SCHWEISSE; NACHTS.
< geringste Bewegung; durch Schwäche, etc. Tropenkrankheiten.
Sepsis.

Komplementär: Carb-v. Fer. Kali-c.
Verwandt: Carb-v.


HP Annette Di Fausto
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