#1

Januar - Vorbereitungen fürs Jahr

in Projekt Kräuterhochbeet 14.01.2019 12:32
von HP Annette • 877 Beiträge | 1537 Punkte

Heute habe ich Schlüsselblumen und Rosenwurz unter Glas nach draußen gesät.

Drinnen habe ich unter Glas Passionsblumen, Ashwaganda, Indigo und Parakresse gesät.

Wer hat Lust zu schreiben wofür die Kräuter später dann gut sein werden?


HP Annette Di Fausto
Inhaberin und Dozentin bei e-Vidia
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#2

RE: Januar - Vorbereitungen fürs Jahr

in Projekt Kräuterhochbeet 16.01.2019 09:49
von Heike T. • 131 Beiträge | 512 Punkte

ich habe mir die Schlüsselblume (echte SB= Primula veris), Primelgewächse = Primulaceae) angesehen, da ich diese so liebe. Als 1. Bote des Frühjahrs mit ihrem leuchtenden Gelb.
Hatte mir vor Jahren aus einem anderen Garten ein paar Pflänzchen mitgenommen, die haben sich jetzt hinterm Haus in den Ritzen zwischen den Pflastersteinen ausgesäät und vermehrt. Dort ist es nicht zu sonnig. In der prallen Sonne halten sie bei mir nicht durch.
Der Saponingehalt bei zweijährigen Pflanzen ist am höchsten. Die Ernte erfolgt im 3. Jahr.

Ich habe schon gesehen, dass die Blüten mit den Kelchen getrocknet werden und die getrockneten Rhizome, Wurzeln werden auch verwendet. Als Hausmittel in der Volksheilkunde ist die SB beliebt bei v.a. Katarrhen der oberen Halswege, wie Schnupfen mit fest sitzendem Husten.
Aber Achtung bei Allergien, es könnten Hautreaktionen wie Rötung und Bläschen entstehen. Auch der VDT wird angesprochen: Magensbeschwerden und Übelkeit, bei Überdosierung auch Brechreiz und Durchfall.
Menschen, die Blutdrucksenker einnehmen, sollten die SB nicht bevorzugen, da Saponine die Aufnahme beeinflussen können.

Die Saponine reizen den Nervus vagus im Magen, was zur Wasserauscheidung auf den Schleimhäuten führt. In den Bronchien verflüssigt sich der Schleim und dadurch wird das Abhusten erleichtert.

Traditionelle Anwendung bei Keuchhusten, schweißtreibend, was bei Erkältungen gut.

Zu den Inhaltstoffen zählen auch Salicylsäurederivate, die bei rheumatischen Erkrankungen und Gicht entzündungshemmend wirken (aber nicht belegt)
Außerdem wird der SB volksheilkundlich auch eine beruhigende Eigenschaft zugeschrieben bei Nervosität und Schlafstörungen, was auch nicht wissenschaftlich belegt ist.

Bei den Blüten sind Wirkstoffe: Saponine, Flavonoide, Carotinoide, äther. Öle, Zucker und Zuckeralkohole
Bei den Wurzeln: Saponine (5–10%) als Glykoside wie Protoprimulagenin A und Priverogenin A, B. Phenolglykoside wie Primulaverin (= Primulaverosid) und Primverin; Salicylate, Kohlenhydrate.

meine Informationen habe ich ergänzt mit https://www.phytodoc.de/heilpflanzen/sch...lume#wirkstoffe u.ff.


zuletzt bearbeitet 16.01.2019 09:51 | nach oben springen

#3

RE: Januar - Vorbereitungen fürs Jahr

in Projekt Kräuterhochbeet 16.01.2019 17:26
von HP Annette • 877 Beiträge | 1537 Punkte

Danke dir! ja und sie steht unter Naturschutz und sollte eben nicht oder nur in geringen Mengen, also nur einige Blüten gesammelt werden, deshalb habe ich sie auch gesät :-)


HP Annette Di Fausto
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#4

RE: Januar - Vorbereitungen fürs Jahr

in Projekt Kräuterhochbeet 01.03.2019 08:23
von Irene
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Ich finde sowohl die Rosenwurz als auch die Schlafbeere sehr interessant.
Beide Pflanzen sind Adaptogene, dh. sie helfen dem Organismus besser mit Stressituationen umzugehen ohne Nebenwirkungen zu haben.

Rosenwurz (Rhodiola rosea)

verwendet wird der Wurzelstock (Rhizom),

Herkunft: Eurasien, Nordamerika,
lange traditionelle Anwendung in Skandinavien und Russland

Inhaltsstoffe: Phenylpronaoide wie Rosarin, Rosavin, Rosin
Phenylethanoide wie Salidrosid
Polyphenole wie Gallussäure
Ätherische Öle

Wirkung: Normalisierung stressbedingter Körperreaktionen (zb. Cortisolproduktion), Anpassung an Stressituationen (adaptogen)
Es kommt zu erhöhter Freisetzung von Noradrenalin, Serotonin und Dopamin, zur Aktivierung der Großhirnrinde und des Limbischen Systems
Kognitive Leistungen wie Denken, Analysieren, Auswerten... werden verbessert.
antioxidativ, anticancerogen, immunsteigend und cardioprotektiv.

Anwendung: Erschöpfung, Burn out, Depression
Verbesserung der Stressresistenz, sowie der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit
Jetlag
bereits am 3. Tag nach Behandlungsbeginn tritt Besserung der Beschwerden ein
Verringerung physischer und kognitiver Leistungsstörungen älterer Menschen

Anwendung lt. Traditioneller Medizin: Verbesserung der physischen Leistung und soll die Lebenzeit verlängern
Infektionen und Störungen des Nervenssystems
Kinderwunsch

Verwendung finden standartisierte Spezialextrakte mit nachgewiesenem Mindestanteil an Rosavin (mind. 3%) und Salidrosiden (0,8-1%)

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#5

RE: Januar - Vorbereitungen fürs Jahr

in Projekt Kräuterhochbeet 02.03.2019 12:17
von HP Annette • 877 Beiträge | 1537 Punkte

Danke für diesen Beitrag.

Die Rosenwurz ist ein MAO-Hemmer und verändert die Blut-Hirnschranke für Neurotransmittervorstufen (Dopamin, Serotonin)


Kannst du auch etwas zur Schlafbeere schreiben?


HP Annette Di Fausto
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zuletzt bearbeitet 02.03.2019 12:25 | nach oben springen

#6

RE: Januar - Vorbereitungen fürs Jahr

in Projekt Kräuterhochbeet 02.03.2019 19:24
von Heike T. • 131 Beiträge | 512 Punkte

Aber was ist ein MAO-Hemmer? -Musste mal im Doccheck nachsehen:
= Monoaminooxidase-Hemmer:
Arzneimittel aus der Gruppe der Antidepressiva.
Einsatz: u.a. bei Depressionen, als Antiparkinsonika bei Morbus Parkinson, in Deutschland verschreibungspflichtig.

Wirkung: Hemmung des Enzyms Monoaminooxidase, das für den Abbau von biogenen Aminen zuständig ist.
Dadurch kommt es zum verlangsamten Abbau verschiedener Neurotransmitter wie Noradrenalin, Dopamin und Serotonin, sowie einiger Hormone wie z.B. Adrenalin.
Im Gehirnstoffwechsel stehen so vermehrt Neurotransmitter zur Signalübertragung bereit, was sich bei bestimmten Depressionsformen positiv auswirkt. Das komplette Zusammenspiel von Transmittern und psychischen Symptomen ist jedoch noch nicht vollständig geklärt.

Achtung Missbrauch in der Drogenszene!
Rauscheffekt!


zuletzt bearbeitet 02.03.2019 19:25 | nach oben springen

#7

RE: Januar - Vorbereitungen fürs Jahr

in Projekt Kräuterhochbeet 06.03.2019 18:22
von Irene
avatar

Ashwaganda,auch Schlafbeere, Winterkirsche oder Indischer Ginseng genannt ist ebenfalls ein Adaptogen

Stammpflanze: Withania somnifera gehört zur Familie der Nachtschattengewächs (Solanaceae)

Inhaltsstoffe: Alkaloide, Whitanolide die hauptsächlich für die Wirkung verantwortlich sein sollen, chemisch betrachtet handelt es sich hiebei um Steroidlaktone

In der Ayurvedischen Medizin findet die Schlafbeere seit Jahrhunderten vielfältige Anwendung, verwendet wird die Wurzel der Pflanze.
Ashwaganda ist eine Pflanze sattvischer Natur, fördert Ruhe und die Klarheit des Geistes, nährt Geist und Körper und bringt Emotionen ins Gleichgewicht.

Wirkung: bessere Bewältigung von Stressituationen
Verbesserung der Stresstoleranz
fertiliätssteigernde Wirkung bei Mann und Frau
Aphrodisiakum
allgemeines Tonikum bei psychischen Störungen
Schlafstörungen, Angst- und Unruhezustände
allgemeine Ermüdungszustände
Verzögerung des Alterungsprozesses
gedächtnisfördernd, intellektanregend (durchErhöhung der Acetylcholinspiegel im ZNS)
antioxidativ, immunstimulierend, antiphlogistisch

Ashwaganda kann Hormone regulieren, beispielsweise kann die übermäßige Cortisol-Ausschüttung reduziert und der Blutzuckerspiegel stabilisiert werden.

Die schlaffördernde Wirkung könnte durch einen GABAähnlichen Wirkmechanismus erklärt werden.
GABA steht für Gamma-Aminobuttersäure.
Klassische Schlafmittel (Benzodiazepine) docken im Gehirn an GABA Rezeptoren an und erhöhen somit die Konzentration an GABA. GABA ist ein wichtiger Botenstoff, der die Erregungsbildung und -weiterleitung unterdrückt. Dh. GABA fungiert als eine Art Bremse im zentralen Nervensystem.

In der Schweiz gibt es eine kantonal registriertes Arzneimittel mit 250mg Ashwagandha Extrakt, eingesetzt bei Angst- und Spannungszuständen und Schlafstörungen.

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