#1

Prüfung März 2019 Frage hypertensive Krise

in Prüfungsfragen diskutieren 20.03.2019 14:30
von HP Annette • 1.068 Beiträge | 2351 Punkte

35. Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen treffen zu?
Wählen Sie zwei Antworten!
Gefahren einer hypertensiven Krise sind:
A) Lungenödem
B) Akute Gastritis
C) Beinvenenthrombose
D) Pulmonale Hypertonie
E) Intrakranielle Blutungen

Hier anmelden und gratis an der Online Prüfungsbesprechung am 21.3.2019 um 19 Uhr teilnehmen (3 Stunden):
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HP Annette Di Fausto
Inhaberin und Dozentin bei e-Vidia
Schulleitung und technische Verwaltung
Mail an annette@e-vidia-forum.de
Website: www.e-vidia.de

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#2

RE: Prüfung März 2019 Frage hypertensive Krise

in Prüfungsfragen diskutieren 20.03.2019 14:32
von Carmen1977 • 1 Beitrag | 2 Punkte

A+E

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#3

RE: Prüfung März 2019 Frage hypertensive Krise

in Prüfungsfragen diskutieren 24.05.2020 19:25
von Heike T. • 245 Beiträge | 802 Punkte

Eine hypertensive Krise liegt vor, wenn der Blutdruck kritisch und symptomatisch auf über 230/120 mmHg angstiegen ist und sich u.g. Symptome zeigen.

Im Gegensatz zum hypertensiven Notfall ist jedoch noch keine Organschädigung vorhanden.
Eine hypertensive Entgleisung ist nur kurzfristig und meist symptomlos oder symptomarm.

Nach der Definition der European Society of Hypertension und der European Society of Cardiology liegt eine hypertensive Krise bei Blutdruckwerten >180/120 mmHg vor.

Symptome können sein
Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Nasenbluten, Angina pectoris, Arrhythmie, Agitiertheit, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Dyspnoe, Sehstörungen, Stauungspapille, Hämaturie, Proteinurie, Oligurie bis Anurie

Therapie
bei der hypertensiven Entgleisung sollte sofortige Ruhe eingehalten werden, RR wiederholt kontrollieren, nach halber Stunde sollte er sich normalisiert haben, je nach Zustand des Patienten, sollte der Notarzt einbezogen werden.

Die hypertensive Krise sollte als Notfall behandelt werden, da hier medikamentös mit Blutdrucksenkern eingeschritten werden muss.

Zu beachten ist, dass der Blutdruck nicht sehr schnell abgesenkt wird, da ansonsten insbesondere bei zerebrovaskulärer Vorschädigung Ischämiegefahr besteht. Bei Apoplex-Patienten ist eine Blutdruckerhöhung in der Akutphase symptomatisch und klingt in der Regel nach 1-2 Tagen ab.
Ziel des therapeutischen Vorgehens bei einer hypertensiven Krise ist die kontrollierte Senkung des Blutdruckes in einen ungefährlichen Bereich und damit die Verhinderung eines hypertensiven Notfalls und der damit verbundenen Organschädigung.

Ursachen können sein
mangelnde Compliance des Patienten in der Medikamenteneinnahme, unbehandelte Hypertonie, emotionale Erregungszustände, Stress, akute Nierenerkrankungen, Nierenarteienstenose, tyraminreiche Ernährung bei gleichzeitiger Einnahme von MAO-hemmern.
Phäochromozytom.

Anmerkung:
Tyramin entsteht auch bei der Zersetzung von Proteinen und findet sich deshalb in vielen Nahrungsmittel, die durch Gärung oder Fermentation gewonnen werden, z.B. in Käse, Rotwein oder Schokolade. Wie andere biogene Amine kann es zur Ursache von Nahrungsmittelallergien werden und eine Migräne, sowie ggf. auch andere Kopfschmerzformen auslösen.
Bei einer Therapie mit MAO-Hemmern führt die Einnahme von Tyramin zu einer ausgeprägten Blutdrucksteigerung, die systolisch mehr als 30 mmHg betragen und fakultativ eine hypertensive Krise auslösen kann. Dieser sog. Cheese-Effekt tritt insbesondere bei Tranylcypromin auf.


Notfall - 112, Lagerung z.B. bei Kopfschmerzen, retrosternalen Schmerzen z. B. Oberkörper erhöht, Zugang legen, offenhalten

Beim hypertensiven Notfall besteht ein kritischer Anstieg des RR (systolisch über 230 mmHG) bei gleichzeitig vorliegenden hypertoniebedingten Organschäden:

Lungenödem, akute Herzinsuffizienz, AP bzw. akutes Koronarsyndrom, Aortendissektion, Hochdruckenzephalopathie, intrakranielle Blutungen / Apoplex.


Hier muss unbedingt mit Blutdrucksenkern therapiert werden!
Aber Achtung bei der RR-Senkung sollte nicht abrupt vorgegangen werden, da die Organschädigung verschlimmert werden kann.



außerdem gab es mal eine Frage:
Welche der Komplikationen ist beim ausgedehnten akuten Vorderwandinfarkt am wenigsten wahrscheinlich?
Die Antwort lautete: Ein akuter ausgedehnter Vorderwandinfarkt führt zu einem Pumpversagen des Herzens.
Zwar kann eine hypertensive Krise Ursache eines Vorderwandinfarktes sein, nicht aber ein akuter ausgedehnter Vorderwandinfarkt Ursache einer hypertensiven Krise.


zuletzt bearbeitet 24.05.2020 19:33 | nach oben springen

#4

RE: Prüfung März 2019 Frage hypertensive Krise

in Prüfungsfragen diskutieren 24.05.2020 19:42
von Heike T. • 245 Beiträge | 802 Punkte

Eine weitere Frage beschäftigte sich mit der Blutdruckkrise:

Bei einem 42-jährigen Patienten wird eine arterielle Hypertonie mit attackenartig auftretenden, exzessiven Spitzenwerten bis zu 300 mmHg systolisch diagnostiziert.
Es werden anfallsartige Kopfschmerzen, Palpitationen (sowie Schweißausbrüche) mit anschließender Polyurie angegeben.
Anamnestisch ist ein C-Zellen-Karzinom vor 15 Jahren bekannt.
Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten? Die Antwort lautete:

Attackenartige arterielle Blutdruckkrisen sind das typische Symptom eines Phäochromozytoms.

Das Phäochromozytom ist ein Tumor des Nebennierenmarks (in 90% d. F. einseitig und gutartig, in 10% d. F. bösartig).
Er produziert vermehrt Adrenalin u./o. Noradrenalin ('Katecholamine').
Der Überschuss dieser kreislaufwirksamen Hormone bewirkt eine arterielle Hypertonie (ca. 0,1% aller arteriellen Hypertonien).
Die Hypertonie kann kontinuierlich oder auch anfallsweise auftreten. Gesichts- und Hautblässe ist im Zusammenhang mit dieser Hypertonie ein wichtiges Zeichen, da die 'normale' Hypertonie zu Gesichtsröte führt.
Der Hinweis auf ein C-Zell-Karzinom der Schilddrüse deutet auf ein autosomal-dominant erbliches MEN-Syndrom (multiple endokrine Neoplasie: Sipple-Syndrom).
Bei diesem Syndrom findet sich ein kombiniertes Auftreten von Phäochromozytom,
C-Zellkarzinom und Adenomen der Nebenschilddrüse.

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