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Pica-Syndrom

in Begriffe einfach erklärt 01.05.2020 11:33
von Heike T. • 244 Beiträge | 798 Punkte

Pica - Lateinisch von Elster,
Pikazismus bezeichnete ursprünglich von den seltsamen Anwandlungen der Schwangeren bzgl. ihres Essverhaltens.

Das Pica-Syndrom bezeichnet eine qualitative Essstörung, bei der
ungenießbare Substanzen oder Gegenstände (z.B. Steine, Kalk, Abfälle, Kot, Staub) verzehrt werden. Selten auftretend, aber dann meist bei Kindern mit geistigen Behinderungen, auch bei extrem vernachlässigten Kindern.

Es gibt verschiedene Erklärungsansätze
- Kinder aus Familien mit multiplen Belastungsfaktoren (Streitigkeiten der Eltern, Alkoholismus, Missbrauch, Kriminalität).
- psychoanalytisch: Störung der oralen Phase?
- ernährungstheoretisch: Mineralstoffmangel? Verzehr von Substanzen, die genau das fehlende Mineral ersetzen

DD andere psychische Erkrankungen wie Schizophrenie, Kleine-Levin-Syndrom, Autismus

Achtung - hohes Risiko, gerade bei Kindern!
Vergiftungen
Verätzungen
Verletzungen des Verdauungstraktes
Ileus
Unterernährung, Fehlernährung, Vitaminmangel
Obstipation
Infektionen (z.B. Toxoplasmose, Toxocariasis)
Nausea und Emesis

Eine Therapie benötigt meist sehr viel Zeit und Geduld, da vorwiegend Verhaltensherapeutisch gearbeitet wird, jedoch die Eltern ebenso therapeutisch und beratend bzgl. ihrer Aufsichts-und Fürsorgepflicht einbezogen werden müssen, gerade auch auf die Gefährdung ihres Kindes vorbereitet sein sollten, um im Vergiftungsfall rasch und richtig handeln zu können. Notfall!


zuletzt bearbeitet 01.05.2020 11:39 | nach oben springen



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